Tischsitten für Anfänger by Louis Tyler – Student Story

Louis Tyler, a third year German student has shared his story about some cultural differences that he encountered on his year abroad in Vienna, Austria!

Wien hat ein junges und freiheitliches Gefühl. Man fühlt oft jedoch wie ein Teil der High Society, als man zwischen vornehme Bezirke und edlen Kaffeehäuser herumläuft. Obwohl ich hier seit September wohne, habe ich mich noch nicht daran gewöhnt. Normalerweise ist es als Student einfach Situationen zu vermeiden, die einen teuren Anzug verlangen. Vor ein paar Wochen habe ich mich allerdings in einer solchen Situation befunden, die höchstens unverhofft war: bei einem Englisch-Chinesischen Sprachaustausch.

Ich komme bei meiner chinesischer Freundin Lili an, und staune als ich erstmals in die Küche komme. Eine Haushälterin faltet gekonnt Servietten, ein Kindermädchen hält auf einem Arm ein glückliches Kind und auf dem anderen einen Becher Babynahrung. Bunte Haufen Gemüse und Fleisch türmen sich auf glänzenden Edelstahlarbeitsplatten auf.

Dreißig Minuten später, als wir (wie immer) kulturellen Unterschieden diskutieren, erwähne ich, dass ich kürzlich versucht habe, chinesisch zu kochen. Ihr Gesicht strahlt auf: „Heute koche ich sanbeiji*! Wenn du willst, darfst du hier mitkochen“ Sie müsst nicht zweimal fragen.
*sanbeiji/三杯鸡/drei-Becher-Hähnchen ist eine saftige Speise die Versionen aus Taiwan und Jiangxi in China hat: Hühnchen wird in Reiswein, Sojasoße und Sesamöl mariniert und im Scherben gekocht.

Als wir mit der Arbeit beginnen, finde ich heraus, dass ich nicht der einzige Gast sein soll – und es ist nicht nur sanbeiji, dass meine ehrgeizige Gastgeberin im Fadenkreuz für das Abendessen hat.

Spulen wir vor: 20:00 und Holger – Freund von Lili und Weinmacher – füllt mein zweites Glas für die Weinprobe auf. Natürlich fühle ich mich nur allzu unkultiviert. Auf meiner rechten Seite sitzt eine Geigerin, die eine herzliche Ausstrahlung von Weisheit hat. Sie organisiert derzeit Veranstaltungen für das 150. Österreich-Japan Jubiläum. Links diskutiert ein Komponist mit einem Rechtsanwalt und Geschäftsleuten Klaviersonaten von Haydn. Insgesamt sind wir zehn, und es scheint die Anderen leben faszinierenden Leben, in denen Reise und Kultur und Wein im Mittelpunkt stehen.

Der Alkohol und die köstlichen Speisen haben schon eine berauschende Atmosphäre geschafft. Für einen Student, der in den letzten zwei Wochen nur drei Unterhaltungen geführt hat, ist alles ein bisschen zu viel. Es fällt mir nur später zuhause auf, dass ich das T-Shirt verkehrt an habe.

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